Autorin
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DanksagungMehr als zehn Jahre wurde Schrift- und Bildmaterial zur fast 100jährigen Geschichte von Borkwalde zusammengetragen.
Dabei lag mir besonders die nicht (mehr) bekannte schwierige Entstehungs- und Besiedlungzeit ab 1912 am Herzen.
Bemüht, aus diesem am weitesten zurückliegenden Zeitabschnitt möglichst viele Unterlagen und Bilder zu erhalten,
können heute anhand des vorliegenden Materials geschichtliche Bruchstücke zu einem vollständigen Bild
zusammengefügt werden.
Zum einen ist das verschiedenen Archiven zu verdanken, zum anderen in hohem Maße
den Nachkommen der unten genannten Ortsgründer, die - obwohl sie in Borkwalde zum Teil nicht willkommen
geheißen wurden - aus ihrem Privatbesitz Dokumente, Daten, Siedlungspläne und Bilder zur Verfügung stellten,
ohne die Archivarbeit wenig erfolgreich gewesen wäre.
Bereitwillig und mit Freundlichkeit überließen sie uns Borkwaldern und kommenden Generationen
bemerkenswertes Material, das in keinem Archiv zu finden ist. Mein besonderer Dank gilt daher
Familie Dahm, Familie Sommerfeld, Familie Justen, Familie Stoof und Familie Queck.
Auch Personen, die als Kinder in den 20er, 30er und 40er Jahren hier aufwuchsen, waren sehr hilfsbereit,
stellten Unterlagen und zahlreich Bilder zur Verfügung. Ich danke den Familien Stiehler, Töpfer
, Albrecht, Hindrichs sowie Frau Kohlhoff, Frau Schupe, Frau Lesmeister, Frau Drazba, Herrn Kosczol
und Herrn Wulkow.
Mein besonderer Dank gilt Frau Hofmann, Frau Ehmeg und Herrn Käding, die mich mit
Freundlichkeit, ihrem außerordentlich guten Gedächtnis und enormen Wissen seit Jahren bei der
geschichtlichen Aufarbeitung der Gründungszeit von Borkwalde begleiten. Ihre lustigen wie traurigen
Geschichten und skurrilen Anekdoten bereiteten mir manch'' vergnügliche Stunde.
Unterstützung erhielt ich auch von Frau Österwitz, Herrn Finger, Frau Niederland,
Frau Niedergesäß, Herrn Ritterbusch, Herrn Devrient und anderen.
Die Besiedlung von BorkwaldeBorkwalde entstand aus dem Verkauf von Wäldern, die Kaniner und Busendorfer Großbauern gehörten.
Es gibt dabei kaum einen Zusammenhang mit der Entstehung von Borkheide.
Die Besiedlung von Borkwalde begann ab 1912 mit der »Colonie Borkwalde«,
die später in »Bredereckschen Siedlung« umbenannt wurde.
Von dieser ersten Kolonie erhielt unser Ort am 29. Januar 1932 seinen Namen,
als die drei Waldsiedlungen
zur Siedlung Borkwalde zusammengefügt wurden. Fälschlicherweise ging man bis vor einiger Zeit davon aus,
dass der »Grundbesitzer-Verein Siedlung Wochenende e. V.«, der 1932 in »Grundbesitzer-Verein Borkwalde e.V.«
umbenannt wurde, für die Namensgebung des Ortes verantwortlich sei
und dass die Siedlung Borkwalde 1932 Gemeinde wurde.
Das Jahr 1932 wurde daher als Gründungsjahr des Ortes angesehen.
Tatsächlich blieb die Siedlung Borkwalde bis 1945 weiterhin Ortsteil von Kanin und Busendorf
und der »Grundbesitzer-Verein Siedlung Wochenende« erhielt seinen neuen Namen »Grundbesitzer-Verein Borkwalde«
erst nach dem Zusammenschluss der drei genannten Siedlungen zu dem Ort Borkwalde.
Aufgrund der Tatsache, dass bereits unsere erste Ansiedlung 1912 den Namen »Colonie Borkwalde« trug,
archivierte Unterlagen und ein Siedlungsplan das auch belegen, wurde im Dezember 2009
von der Gemeindevertretung einstimmig beschlossen, das Gründungsdatum von Borkwalde von 1932 auf 1912
zu ändern.
Heute bezeichnet man das ehemalige Gebiet a) und b) als Alt-Borkwalde; das Gebiet c)
gehört nicht dazu, sondern in großen Teilen zu Borkwalde-Mitte mit dem Ortszentrum.
Die erste Siedlung »Colonie Borkwalde« wurde 1912 von dem Berliner Justizrat
August Ferdinand Louis Bredereck gegründet. Ihm zur Seite standen seine Söhne und der spätere Schwiegervater
seines Sohnes Botho, der Ingenieur Karl Götting. Ihre Pläne, zusammen mit einem bedeutende
n Brandenburger Großunternehmer ein Fabrikgelände und eine Wohnsiedlung nebeneinander entstehen zu lassen,
platzen durch die Auswirkungen des Ersten und Zweiten Weltkrieges.
Die zweite und größte Kolonie wurde ab 1925 besiedelt. Ihr voraus ging die Geschichte der 1922
in Berlin gegründeten und 1944 liquidierten Bork-Boden Aktiengesellschaft.
Diese AG kaufte u. a. einen Bauernwald in der Gemarkung Kanin, wirtschaftete drei Jahre damit und
verkaufte ihn mit hohen Hypotheken belastet im November 1925 an den Gutsbesitzer J. Westphal und
seinen Schwager W. Sternberg. Diese hatten zuvor den »Bund für Sonnabendmittagsschluß e. V.« gegründet,
der als »Wochenendbund e. V.« ins Vereinsregister eingetragen wurde.
Das neu aufgeforstete Waldareal wurde parzelliert an die Siedler verkauft und erhielt
den Namen »Colonie in/an den Saalbergen«, einige Zeit später den Namen »Siedlung Wochenende« - »altes Gelände«.
Die Siedlung reichte von der Goethestraße bis zur heutigen Kiefern- und Birkenstraße,
einschließlich der etwas später entstandenen Assmannsiedlung (die zuerst anders hieß) und dem
heutigen Neubaugebiet.
Komplett wurde die Kolonie, als zehn Monate später ein weiterer Bauernwald in der Gemarkung Busendorf hinzukam,
der von den Siedlern »Neues Gelände« genannt wurde (auf Höhe des Haderlandstiegs und einiger
anderer Straßenteilstücke). Dieses Gelände wurde ursprünglich ebenfalls vom »Wochenendbund e. V.« gekauft.
Die Kredit gebende Bank witterte das große Geschäft und übernahm nach kurzer Zeit selbst die Vermarktung.
Als Folge der Weltwirtschaftskrise ging sie pleite und als Konkursmasse an eine andere Bank,
sodass die Zwangsversteigerung des »Neuen Geländes« drohte.
Um diese abzuwenden und die Siedler
vor dem Verlust ihrer Grundstücke zu bewahren, kaufte es der Vorsitzende des Siedlerausschusses
der »Siedlung Wochenende« und gleichzeitige Direktor einer großen Versicherungsgesellschaft Heinrich Justen,
der in dem »Neuen Gelände« selbst ein großes Grundstück besaß. Seinem enormen ehrenamtlichen Engagement
und dem von Paul Albrecht ist es zu verdanken, dass die Siedlungen in den Jahren
danach lebens- und überlebensfähig wurden und Borkwalde 1945 bzw. 1952 eine eigenständige Gemeinde
werden konnte.
Beide setzten sich im Interesse der Siedler auch erfolgreich zur Wehr, als nach Gründung eines
weiteren Siedlervereins (»Bork Wochenende e. V.«) dessen Vorsitzender (und einige seiner Anhänger)
versuchten, die Verfügungsgewalt über die Siedlungen zu erhalten. Sie schreckten dabei weder vor
Lügen und Diffamierungen zurück noch vor Verleumdungen und Rufmordkampagnen.
Der Vorsitzende des Siedlervereins »Bork Wochenende e. V.« verlegte in späteren Jahren
sein Tätigkeitsfeld, wurde überzeugter Nationalsozialist und NSDAP-Gruppenleiter.
Durch seine Meldungen an die Gestapo war er für Verhaftungen und Deportationen verantwortlich und
für den Tod von Borkwalder Einwohner.
Als kurz nach Gründung der vorgenannten Kolonie von der aus Busendorf stammenden Else Anna Willmann
und ihrem Mann (einem der Willmann-Brüder aus Klaistow) unterhalb der »Colonie Borkwalde«
die »Willmannsche Siedlung« als dritte im Bunde gegründet wurde, war die Erstbesiedlung von Borkwalde
komplett.
Die Siedlungen wuchsen, wurden lebensfähig, überstanden den Zweiten Weltkrieg und die russische Besatzungsmacht
mit ihrem großen Hang zu Enteignungen. Gleichzeitig kamen viele Vertriebene und Flüchtlinge, die sich
in Borkwalde niederließen und eine neue Heimat fanden. Borkwalde, wie es einmal war, wurde Geschichte
und mit der Gründung der DDR brach eine ganz neue Ära an.
Wie in den Gründungsjahren ist Borkwalde heute ein Land der bunt Gemischten.
Bei allen Schwierigkeiten, die diese Tatsache früher wie heute mit sich bringt, sollte jeder Einwohner
bemüht sein, wie im gleich lautenden Gedicht anderen tolerant die Hand zu reichen.
Seien wir stolz auf unsere Gemeinschaft, auf unseren Ort und darauf, in einem Waldgebiet wohnen zu können.
Seien wir unseren Kindern ein Vorbild für faires Miteinander, so dass wir sagen können:
Wir wohnen in Borkwalde und das ist gut so.
Im Land der Buntgemischten
NachwortDie Entstehung und Besiedlung von Borkwalde war so kompliziert wie spannend.
Aus den zusammengetragenen
Unterlagen, Dokumenten und Bildern wird eine neue Gemeindechronik in mehreren Bänden erstellt.
Sie wird nach Fertigstellung zu bestimmten Anlässen ausgestellt,
z. B. an der 100-Jahr-Feier im Jahre 2012.
Da diese Originalchronik nicht ausgeliehen werden kann,
entsteht derzeit das Manuskript eines Buches über die Entstehung und Besiedlung
von Borkwalde (1910 bis zur Gründung der DDR).
Buchtitel und Verkaufstermin werden rechtzeitig auf den Gemeindeseiten und anderweitig bekannt gegeben.
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