Windkraftanlagen in Waldgemeinden

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5 vor 12 in den Waldgemeinden, Suchraum von Windeignungsgebieten

Zu der am Dienstag, den 17.05.2011 in Borkwalde durchgeführten Veranstaltung der Rosa - Luxemburg - Stiftung zur Windkraft möchte ich die Auswirkungen für Borkwalde und die umliegenden Waldgemeinden darlegen.
Durch Erlass der Umweltministerin Tack vom Januar 2011 ist die Errichtung von Windkraftanlagen im Land Brandenburg auch in Waldgebieten genehmigungsfähig und Windkraftanlagen gehören zu privilegierten Bauvorhaben im Außenbereich.
Das Land Brandenburg empfiehlt, dass Windkraftanlagen einen Abstand von 1.000 m zu besiedelten Ortslagen haben sollten. Dies ist aber keine gesetzliche Festlegung und wird teilweise durch die Windenergiebetreiber umgangen.
Im Regionalplan 2020 (Anlage 3.2 Windenergienutzung vom 10.03.2011) wurde ein Suchraum für ein Windeignungsgebiet zwischen den Gemeinden Borkwalde, Borkheide und Fichtenwalde platziert. In diesem Gebiet könnten 20 Windkraftanlagen mit einer Höhe bis 200 m errichtet werden. Unmittelbar betroffen wäre hiervon auch die Gemeinden Busendorf, Kanin, Klaistow, Reesdorf, Schäpe als auch Beelitz - Heilstätten.
Wer sich einmal vor Ort eine solche Anlage anschauen möchte dem empfehle ich am Ortsausgang Alt Bork Richtung Süden nach Deutsch Bork zu schauen. Die Windkraftanlagen stehen in einer Entfernung von ca. 4 - 5 km. Trotz der vorgelagerten Waldfläche sind sie deutlich wahrnehmbar.
Man geht davon aus, dass die Belästigung durch Infraschall, Schlagschatten und Lärm bis zu einer Entfernung von 3.000 m und mehr wirken. Für uns in Borkwalde und die anderen Gemeinden hätte dies zur Konsequenz, dass von fast jeder Stelle in diesen Ortschaften die Windkraftanlagen zu sehen aber auch zu spüren wären.
Unabhängig von der physischen und psychischen Wirkung auf den menschlichen Organismus hätte dies zur Folge, dass die Lebensqualität sowie der Wert der hier entstandenen Immobilien gegen 0 - sprich unverkäuflich - sinken würde. In den 3 Waldgemeinden wären über 5.000 Einwohner betroffen und ruiniert, welche nach 1990 bzw. auch davor ihr Haus errichtet haben.
Sämtliche Bemühungen und Entwicklungsbestreben der Gemeinden in den letzten Jahren wären gegenstandslos.
Die Veranstaltung in Borkwalde hat uns gezeigt, dass der NABU sowie der BUND nicht die Interessen der Einwohner wahrnehmen werden sondern sie vielmehr hinnehmen, dass pro Windrad ca. 6.000 m² Wald vernichtet werden. Bei 20 Windkraftanlagen wären das 120.000 m². Dies hätte zur Konsequenz, dass Schneisen entstehen in Richtung Autobahn und der natürliche Schutz durch den Wald nicht mehr gegeben wäre. Den Vertretern der Landesregierung sind die 5500 Arbeitsplätze in der Windenergie im Land Brandenburg wichtiger.
In der Anlage füge ich einen Übertrag aus dem Auszug aus dem Regionalplan 2020 bei, in dem die Situation vor Ort grafisch dargestellt wird - für Borkheide und Borkwalde auf der einen Seite der Truppenübungsplatz, der sporadisch für Lärmbelästigung sorgt und auf der anderen Seite östlich die Windkraftanlagen, die 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag optisch und akustisch unseren Lebensraum zerstören.
Dietmar Grunert