29. Mai 2010 : Waldwanderung mit dem Revierförster

Fotos und Text : WKB
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Treffpunkt: Ecke Siebenbrüderweg/Kaniner Straße. Hm, da musste ich doch erst mal den Ortsplan befragen! Aber die Stelle war zu finden und entpuppte sich als typische Borkwalder Kreuzung: Zwei breite Waldwege mit Verkehrschildern. An solchen Stellen rätselt man erst einmal, ob es die richtige ist, und es beruhigt, wenn im nächsten Moment weitere Leute kommen, die ebenfalls mitwandern wollen.
Bitte lächeln für das Startfoto!
Dann ging alles sehr schnell: In wenigen Minuten waren alle Wanderfreudigen pünktlich zur Stelle und es konnte losgehen.
Ein Zufallspilz
Der Zufallspilz am Wegesrand war ein Butterpilz. Unser Revierförster, Herr Schwoch, nannte uns einige typische Merkmale:
  • Das Futter hängt fest am Fruchtfleisch,
  • das Fruchtfleisch verfärbt sich nicht,
  • und die obere Haut lässt sich leicht abziehen.
Natürlich soll man nur die Pilze sammeln, die man ganz genau kennt.
Wären wir allein hier gegangen, was hätten wir gesehen? Einen Waldweg, große und kleine Kiefern und weiter nichts.
Herr Schwoch konnte an so einer scheinbar bedeutungslosen Stelle zeigen, wie junge Triebe vor Wildbiss geschützt werden, an welchen Trieben schon genagt wurde, wie sich das Wachstum der Pflanzen nach Wildbiss ändert und viele andere Details.
Dass das interessant und spannend war, verrät das Foto. Wir hörten nicht nur zu, sondern hatten plötzlich viele Fragen, die Herr Schwoch sachkundig und für jeden verständlich beantwortete.
Kleine Waldkunde
Initiatoren
Der Umbau des Waldes von reiner Monokultur zu einem Mischwald wird sich langsam vollziehen. Aber es ist schön, dass es Initiativen und Sponsoren gibt, die einen Anfang machen.
Wir erfuhren, dass dies natürlich ein langer Prozess über Jahrzehnte ist, der erfreulicherweise von den Waldbesitzern in Brandenburg unterstützt wird.
Von einer Investition im ökonomischen Sinne kann dabei nicht gesprochen werden, denn die Holzgewinnung verzögert sich durch den Umbau.
Aber es ist in jedem Fall eine Investition in die Gesundheit des Waldes, in die Vielfalt der Natur, und damit in den Erholungs- und vielleicht sogar touristischen Wert.
Ganz aufmerksam, sogar der Hund
Holz-Test
Herr Schwoch verstand es ausgezeichnet, die Kinder in seine Darlegungen einzubeziehen. »Ausstellungstücke« fanden die Kinder selbst überall im Wald.
Auf diesem Foto werden gerade die Eigenschaften eines Holzstücks getestet, das teilweise von Pilzen zersetzt ist.
Ein geschütztes Waldstück darf nicht betreten werden, aber für uns wurde es mal erlaubt.
Und was ein Schutzzaun bewirkt, war augenscheinlich. Nur in diesem Stück waren die neuen Planzen über die ganze Fläche gleichmäßig hoch gewachsen.
Ausnahmsweise!
Familienausflug
Wie auf allen Bildern zu sehen ist, war die Wanderung zwar eine sachkundige Führung, vor allem aber eine prima Gelegenheit, ohne große Umstände und Vorbereitungen mal etwas gemeinsam mit der Familie zu unternehmen.
Und die Kinder, die sich kannten oder gerade kennenlernten, hatten natürlich ihren besonderen Spaß, mal im Wald ein bisschen rumzutoben.
Falls Sie mit Ihrer Familie nicht dabei sein konnten, dann kann ich nur empfehlen, bei vielleicht folgenden Wanderungen mitzukommen. Borkwalde ist wirklich nicht groß, aber garantiert lernt man neue Leute kennen und kann sich prima unterhalten.
Mal austoben
Waldcharakter
Es ist schon verblüffend, was man nicht sieht, wenn man einfach nur durch den Wald geht. Aber ein Wald hat einen Charakter, wie Herr Schwoch es auf dem Foto gerade erklärt. Das heißt, Bewuchs verändert das Vorkommen bestimmter Pflanzen, Tiere und - Pilze!
Daher kann mit gezielter Bepflanzung der Charakter eines Waldes deutlich beeinflusst werden.
Zum Wald gehört auch vieles kleine und krabbelnde Getier. Hätte aber nicht gedacht, dass ein Förster von »schönen Fraßgängen« sprechen würde.
Insektenwerk
Muss das sein?
Den Abschluss der Führung bildete eine weniger schöne Erscheinung: Müll im Wald! Dass das nicht schön ist, ist klar. Und vielleicht denken wir auch an die Tiere, die sich daran verletzen könnten.
Aber Herr Schwoch machte uns zurecht auf einen weiteren Aspekt aufmerksam: Müll im Wald schadet dem Wald auch langfristig in seiner Entwicklung. Und war der Wald nicht auch ein Grund, warum wir mal hierher gezogen sind?
Also sollten wir das, was uns eine reizvolle Umgebung, Erholung und Gesundheit kostenlos spendet, achten und erhalten. Und vielleicht nicht passiv zuschauen, wenn irgendjemand unbefugt den Wald befährt und Müll ablädt. Es liegt in unserem eigenen Interesse.
Wir bedanken uns bei Herrn Luther und dem Kulturverein für die Organisation der Waldwanderung und nicht zuletzt bei Herrn Schwoch für die interessante fachkundige Begleitung.