Ein Gefahrenmoment wurde beseitigt

Per Telefonanruf wurde der Webmaster verständigt, dass auf dem Bolzplatz etwas passieren sollte. Also hieß es: Fotoapparat mitnehmen und schauen, was sich sich tun würde.

Die Bilder im Bericht sind nicht allzu groß, aber ein Klick auf die Bilder führt zu einer ausreichend großen Darstellung, die auch ein Durchblättern der Bilder erlaubt.

Es sollte ein Baum gefällt werden. Das hatte der Specht, der am Leitungsmast der Straßenbeleuchtung herumhämmerte, offensichtlich falsch verstanden.
So, da ist der Bolzplatz. Er ist sehr großräumig angelegt, enthält nicht nur den Platz zum Bolzen, sondern auch andere Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Der recht hohe Zaun verhindert wirkungsvoll das »Ausreisen« von Bällen.
Kein Wunder, dass der Platz von Groß und Klein gern angenommen wird, machmal ist hier richtig viel Betrieb. Auch an die Kleinsten ist mit Buddelfläche und Schaukel gedacht.
Und genau da steht er, der Stein Pfahl des Anstoßes: Ein Baum. Okay, da steht er schon länger. Und störte niemanden. Also warum jetzt fällen?
Ein Blick zur Krone ließ den Grund erkennen: Der Baum war abgestorben und es würden bald Äste abfallen. Das geht auf einem Spielplatz natürlich nicht.
Unser Gemeindearbeiter und ein sachkundiger Helfer nahmen sich der Sache an. Am Anfang vieler Tätigkeiten gilt es erst einmal, etwas zu entwirren. Hier war es ein Seil.
Dann wurde das Seil in einer passenden Höhe um den Baum gelegt und in reichlicher Entfernung (weiter als der Baum hoch ist) postierte sich eine Person zum Ziehen.
Man könnte es denken, aber so ist es nicht: Nicht der Seilzug bestimmt, wo der Baum hinfallen wird. Beim Einschneiden kommt irgendwann der Moment, dass der Baum fallen würde. Dann hilft der Zug am Seil, dass dieser Moment zeitig genug und sofort eintritt.
Die Fallrichtung wird durch eine Kerbe bestimmt, die in den Baum geschnitten wird. Die üblichen Bezeichnungen sind Fallkerbe oder Fallmaul. Es kommt dabei auf den Winkel und vor allem auf die Richtung an. Einesteils muss so tief eingeschnitten werden, dass der Baum später in der geplante Richtung Übergewicht bekommt, andererseits darf dieses Einschneiden nicht schon zum Fall des Baums führen. Das sollte keinesfalls von Laien versucht werden.
Auf diesem Bild sieht man die Fallkerbe deutlich. Der Holzfäller schneidet jetzt genau von der Gegenseite ein, aber nicht durch, sondern nur nahe an die Fallkerbe heran. Ab einem gewissen Punkt (und beschleunigt durch den Seilzug) beginnt der Baum zu fallen. Der Holzfäller hört sofort auf zu Schneiden und geht respektvoll zu Seite. Manchmal schlagen gefällte Bäume mit der Fußseite nochmal hoch, wenn die Krone auf den Boden aufschlägt.
So, nun liegt er genau da, wo er hinfallen sollte. Nämlich genau in Richtung der Fallkerbe. Aber, das ist nicht das ganze Geheimnis.
Zwischen Fallkerbe und zweitem Einschnitte bleibt etwas Holz übrig, das nicht durchgenitten wurde, sondern beim Fallen des Baums bricht. Es geht quer durch den Stamm, wie ein Brett. Und deshalb heißt es Fallbrett. Das Fallbrett sichert, dass der Baum nicht nach rechts ober links beim Fallen abdriftet, sondern exakt die vorgesehene Fallrichtung einhält. Mag sein, dass das Baumfällen als harte Arbeit gilt, aber die Säge muss mit viel Gefühl geführt werden, damit eben so ein gleichmäßig breites Fallbrett übrig bleibt.
Das Fällen des Baums ging sehr schnell, die Nacharbeiten dauern gewöhnlich länger. Hier wird die Krone entästet und später wurde der Baum zum Abtransport zerlegt.
Richtig, der Stumpf kann so nicht bleiben. Also muss die Säge nochmal ran.
Unfallgefahr beseitigt und Geld gespart, da die Gemeinde das ein Eigenleistung machen konnte. Nun bleibt nur nach übrig, alles aufzuräumen. Dann kam auch schon das erste Kind mit einem Ball.
Foto und Text: Wolfgang Kurt Bock
Sie meinen, ich sollte auch mal berichten, wenn ein Baum gepflanzt wird? Aber sehr gern! Auch wenn andere Ereignisse anstehen, es muss nicht immer was ganz Spektakuläres sein, verständigen Sie bitte die Webmaster.